Schnellender Finger/Springfinger

Der Schnellende Finger, auch Tendovaginitis stenosans genannt, ist eine Erkrankung, die durch das Blockieren des betroffenen Fingers gekennzeichnet ist. Der zugrunde liegende Mechanismus besteht darin, dass die entzündeten Beugesehnen mit der verdickten Sehnenscheide für die Führung der Sehnen am Knochen (Ringbänder) zu dick ist.

Der Name ist auf das typischste Symptom, das „Schnellen“ oder „Schnappen“ des betroffenen Fingers bei Streckung des Fingers aus der gebeugten Position zurückzuführen. Vorausgehend sind häufig Schmerzen in der körperfernen Handfläche oder den Knöcheln der Grundgelenke. Am Morgen sind die Symptome häufig stärker ausgeprägt als im Tagesverlauf. Am häufigsten sind der Ringfinger oder Daumen betroffen.

Die Diagnose wird in der Regel aufgrund der eindeutigen Symptome und durch Ausschluss anderer möglicher Ursachen gestellt In Zweifelsfällen kann auch eine Ultraschalluntersuchung der Sehne Klarheit verschaffen.

Als erster Behandlungsschritt kann eine Schonung des Fingers und begleitend die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten durchgeführt werden, die aber häufig wirkungslos bleibt. Sollten diese Maßnahmen nicht helfen, so kann eine Injektion von Kortison mit einer dünnen Nadel an des A1-Ringband in der Hohlhand helfen. Durch die starke örtliche entzündungshemmende Wirkung wird häufig eine Verbesserung der Situation oder auch eine Heilung erzielt.

Bei Symptomen, die länger als 6 Monate andauern oder sich wiederholen und/oder nicht auf eine konservative Behandlung angesprochen haben, kann eine ambulante chirurgische Behandlung (Durchtrennung des A1-Ringbandes) in lokaler Betäubung helfen. Die Hand ist dann nur für wenige Tage verbunden und die Behandlung in den meisten Fällen mit der Entfernung der Fäden nach 10-14 Tagen beendet. Nur in wenigen Fällen bestehen danach noch Verhärtungen im Bereich der Narbe.